Bohrkernanalysen

Kleine Probe, große Aussagekraft: Während des Bohrens entnehmen die Experten von DEA Gesteinsproben, um genauere Informationen über die Beschaffenheit einer Lagerstätte zu erhalten. Wie das Gehäuse eines Apfels wird der Kern aus dem Gestein entfernt – um anhand dieser kleinen Probe aus vielen hundert oder tausend Metern Tiefe das Reservoir genauer zu analysieren.

Bohrkerne geben Hinweise über die Beschaffenheit einer Lagerstätte

Die Kerne werden mit einem speziellen Meißel erbohrt und geben unter anderem Aufschluss über die Entstehung, die Mineralogie, die chemische Zusammensetzung und die physikalischen Eigenschaften des Gesteins, seine Durchlässigkeit, den Porenraum und den Poreninhalt.

Eine Analyse mit allen fünf Sinnen

In einem ersten Schritt verlassen sich die Geologen einzig und allein auf ihre fünf Sinne und ein paar einfache Hilfsmittel wie Zollstock und Lupe. So entsteht eine makroskopische Aufnahme des Bohrkerns. Außerdem nehmen sie Faziesanalysen vor: Alle Eigenschaften des Gesteins, die aus seiner Entstehungsgeschichte und den Bedingungen während seiner Ablagerung herrühren, werden untersucht.

Im nächsten Schritt werden in regelmäßigen Abständen aus dem Bohrkern Plugs gebohrt: kleine Zylinder, von denen unsere Fachleute im Labor hauchdünne Scheiben, die sogenannten Dünnschliffe, fertigen. Dünnschliffe sind höchstens 0,03 Millimeter dick und zeigen unter dem Mikroskop die mineralogische Zusammensetzung des Gesteins. Dabei kommt ein Rasterelektronenmikroskop zum Einsatz, bei dem durch extreme Vergrößerung der Porenraum der Gesteine direkt einsehbar ist.

Aufschluss über Fördermöglichkeiten

Die Plugs dienen aber auch einer weiteren Untersuchung: Sie werden mit Helium und Quecksilber unter Druck gesetzt; die Gas- beziehungsweise Flüssigkeitsmenge, die durch das Gestein hindurchströmt, wird gemessen. Diese Permeabilitätsmessungen lassen Schlüsse darauf zu, wie durchlässig das Gestein ist und wie gut sich Erdöl und Erdgas fördern lassen werden. Nicht zuletzt ist die so genannte Diagenese für die Geologen von großem Interesse: Wie hat sich das Gestein vor Jahrmillionen unter Druck und Temperatur verändert?

Dünnschliffe verraten den Aufbau der Reservoirgesteine

Wurden die Poren zementiert, haben sich also neue Minerale in den Porenräumen gebildet? Welche Typen von Zement, wie zum Beispiel Kalk, sind anzutreffen?
Insgesamt liefern die Ergebnisse unserer umfassenden Bohrkernanalyse entscheidende Hinweise darauf, wie die Lagerstätte funktioniert und welche Aussichten unsere möglichen Explorationsarbeiten haben werden.