Geochemische Analysen

Wie Detektive arbeiten die Geologen daran, Eigenschaften von Gesteinen zu ermitteln, Entstehungsbedingungen zu charakterisieren und Erdöl- und Erdgasvorkommen aufzuspüren. Ein weiteres Instrument dafür ist die Oberflächengeochemie. Der Gedanke dahinter: Durch den Druck, der unter Erdöl- und Erdgaslagerstätten herrscht, diffundieren Gas- und Ölmoleküle an die Oberfläche. Diese Anomalien gilt es zu finden.

Bakterien lassen auf Erdöl- oder Erdgasvorkommen schließen

Geochemische Beprobungen an der Oberfläche decken Spuren von Kohlenwasserstoff auf

Die Geologen nutzen dazu mikrobakterielle Untersuchungen der entnommenen Bodenproben. Entdecken sie dabei bestimmte Bakterien, lässt dies auf Erdöl- oder Erdgasvorkommen im Untergrund schließen. Eine weitere Möglichkeit für die Spürnasen: Sie vergraben spezielle Membrane im Untergrund, die wasserabweisend, aber durchlässig für Hydrokarbone sind. Auch so lassen sich Öl- und Gasanomalien aufspüren.

Reifegrad des Gesteins gibt ersten Hinweis ob sich Öl und Gas gebildet haben

Neben der Oberflächengeochemie kommt auch die reine Geochemie zum Einsatz: Die Geologen entnehmen im Untersuchungsgebiet in einem Abstand von 50 Metern bis zu einem Kilometer lange Proben aus dem Muttergestein. Diese werden dann versiegelt und zu weiteren Analysen in unser Labor geschickt. Aus ihnen lassen sich Rückschlüsse auf den Reifegrad des Gesteins ziehen. Nur wenn der hoch genug ist, können sich Öl und Gas überhaupt gebildet haben. Unsere Spezialisten sind außerdem in der Lage, anhand der Proben Aussagen über die vorhandenen Mengen an Kohlenwasserstoffen zu machen. Auch die Frage „Öl oder Gas“ kann beantwortet werden: Für die Bildung von Erdöl liegt die optimale Temperatur zwischen 50 und 120 Grad Celsius, wie sie in einer Tiefe von 2.000 bis 4.000 Metern herrscht. Findet sich dort das Muttergestein, handelt es sich um eine Erdöllagerstätte. Gas wird hingegen erst bei Temperaturen ab 120 Grad generiert, das Muttergestein liegt also tiefer.