Förderverfahren

1. Primärförderung

Nach dem Niederbringen der Bohrung in die ölführende Lagerstätte und dem Ausfördern der Bohrspülung fließt das Öl auf Grund des natürlichen Lagerstättendruckes zu den Förderbohrungen und gelangt eruptiv an die Erdoberfläche.

Bei schlechten Lagerstättenbedingungen, wie schnell abfallenden Lagerstättendruck oder großen Fließwiderständen in der Lagerstätte, kommt die Eruptivförderung häufig schnell zum Stillstand. Als einfachste Maßnahme zur Erhaltung der Förderleistung werden Tiefpumpen eingesetzt. Diese Phasen der Ölförderung einen Feldes bezeichnet man als Primärförderung. Mit der Primärförderung können im Durchschnitt 5 - 10 % des ursprünglich in der Lagerstätte vorhandenen Öls gefördert werden.

 
2. Sekundäre Förderverfahren

Um die Ausbeute zu verbessern, wurden die sekundären Förderverfahren entwickelt. Das gebräuchlichste Verfahren ist das Wasserfluten. Dabei wird vom Rand der Lagerstätte her Wasser eingepresst und so der Lagerstättendruck künstlich aufgebaut und das Öl zu den Förderbohrungen gedrückt. Dieser Vorgang ist insofern "umkehrbar" als in den Top der Lagerstätte Gas eingepresst wird und damit das Öl zu tieferliegenden Förderbohrungen gedrückt werden kann. Durch den Einsatz des Wasserflutens kann der Ausbeutegrad auf rund 45 % gesteigert werden.

 

3. Tertiäre Förderverfahren

Durch folgende Verfahren können die Fließeigenschaften des Rohöls verbessert werden:

  • durch Einpressen von Heißdampf in die Lagerstätte wird das Erdöl erwärmt und so die Viskosität verringert.
  • durch das Einpumpen von Lösungsmitteln wird der gleiche Effekt erreicht.

Beim (sekundären) Wasserfluten geschieht es häufig, dass das gering viskose Flutwasser das höher viskose Öl überholt bzw. in besser durchlässigen Schichten durch das Öl zur Produktionsbohrung fließt. Das kann verhindert werden, wenn zwischen Öl und Flutwasser eine hochviskose Polymerbank eingebracht wird.

Mit den tertiären Verfahren können bis zu 60 % des ursprünglichen Ölinhaltes gefördert werden.