Umweltgerechte Ölförderung

Die größte deutsche Erdöllagerstätte und gleichzeitig das förderstärkste Ölfeld Deutschlands befindet sich tief unter dem Schleswig-Holsteinischen Wattenmeer, etwa acht Kilometer vor der Dithmarscher Küste. Im Hinblick auf das sensible Ökosystem wurde eine einzigartige Bohr- und Förderinsel entwickelt und gebaut. Modernste Technik und hochqualifizierte Fachkräfte kamen bei der Errichtung der Insel Mittelplate zum Einsatz. Diese Kombination sorgte für ein optimales Sicherheitspaket, das einen zuverlässigen Umweltschutz bei der Ölförderung auf der Mittelplate bis heute gewährleistet.

Die angewandten Sicherheits- und Umweltschutzmaßnahmen haben Maßstäbe gesetzt und besitzen internationale Vorbildfunktion.

Schutz und Sicherheit durch vollkommene Abschottung

Das Grundprinzip der Mittelplate ist zum einen der Schutz der Insel vor den Naturgewalten und zum anderen die Abschottung nach außen zum Schutz der Umwelt. Deshalb wurde die 70x95 Meter große Bohr- und Förderinsel wie eine flüssigkeitsdichte Stahl- und Betonwanne auf dem Sandwatt errichtet. Die äußeren Spundwände sind elf Meter hoch. Nichts verlässt unkontrolliert die Insel. Auch ein Versickern ist ausgeschlossen. Von außen kann abgesehen von Regen- und Spritzwasser nichts eindringen. Die nach gründlichen hydrografischen, strömungstechnischen und meteorologischen Untersuchungen gewählte Konstruktion bietet eine optimale Standfestigkeit. Zudem ist die gesamte Konstruktion dauerhaft vor Erosion geschützt.

Die Nordsee wird nicht belastet

Das Prinzip der Abschottung erstreckt sich auf alles, was die Umwelt beeinflussen könnte.

  • Nichts verlässt unkontrolliert die Insel.
  • Das Abwasser aus dem Wohn- und Küchenbereich wird in einer eigenen Kläranlage gereinigt, dann in Tanks gesammelt und wie die festen Abfälle an Land entsorgt.
  • Das mit dem Erdöl geförderte Lagerstättenwasser wird abgetrennt und wieder in die Lagerstätte zurückgeführt. Es handelt sich um einen geschlossenen Kreislauf.
  • Die massive, auf Extrembelastungen ausgelegte Wannenkonstruktion hat noch einen weiteren Vorzug. Die durch Spezialbeton abgedichtete und durch die Spundwände flüssigkeitsdicht eingegrenzte Inseloberfläche könnte im Schadensfall weit mehr Öl auffangen, als auf der Insel überhaupt vorhanden ist. Auch die ausgedehnten Rohr- und Kabelkanäle sind öldicht ausgeführt, ebenso die großen Bohrkeller.
  • Lückenloses Entsorgungssystem für den Bohrbetrieb

Das lückenlose Entsorgungssystem der Mittelplate sorgt für einen sicheren Bohrbetrieb, der die Nordsee nicht belastet. Der Bohrkeller mit den Bohrlöchern befindet sich innerhalb der abgeschotteten Betonwanne. Bei den Bohrarbeiten fördert die Bohrspülung Sand und zerriebenes Gestein, das so genannte Bohrklein, an die Oberfläche. Es wird auf der Mittelplate abgetrennt und in Containern zur Aufbereitung an Land gebracht.

Überwachungs- und Steuerungssysteme für alle Betriebsbereiche

Die Förderarbeiten werden rund um die Uhr von Kontrollanlagen und Fachleuten gesteuert und überwacht. Gegen mögliche Gefahren ist die Förderinsel mehrfach abgesichert. Sollten Abweichungen in der Förderung auftreten, schalten sich die Ölpumpen von selbst ab und das Untertagesicherheitsventil schließt das Bohrloch. Weitere Absperrventile am Bohrlochkopf geben zusätzliche Sicherheit gegen Unter- und Überdruck.

Emissionen vermeiden

Da alle Prozesstanks mit Gaspendelleitungen zu einem geschlossenen System verbunden sind, lassen sich Emissionen vermeiden. Das mit dem Öl geförderte Erdölgas wird abgetrennt und in einer schallisolierten Gasturbine zur Erzeugung von Strom und Wärme verwendet.