Umweltmonitoring Studien belegen: Mittelplate nimmt kaum Einfluss auf das Wattenmeer

Während der Bauphase und des Betriebes der Mittelplate wurden innerhalb eines 20 Quadratkilometer großen Gebietes weder bei geomorphologischen Untersuchungen noch bei Schadstoffmessungen nennenswerte Einflüsse auf das Wattenmeer festgestellt. Die einzig erkennbaren Auswirkungen auf die Geomorphologie der Mittelplate-Region ergaben sich durch die Sedimententnahme in der Bauphase und die Aufspülungen zur Vertiefung der Hafenzufahrt in den Folgejahren. Diese Veränderungen sind im Vergleich zu den natürlichen Veränderungen der Geomorphologie jedoch von geringer Bedeutung. Aus den Schadstoffuntersuchungen im Sediment ließen sich keine Belastungen für das Untersuchungsgebiet ableiten.

Benthische Organismen bleiben ungestört

Untersucht wurden am Meeresgrund lebende Tiere (Benthos) in unmittelbarer Umgebung der Insel, um einen möglichen Einfluss aus den Inselaktivitäten zu verfolgen. Auf der Mittelplate zeigt sich in der räumlichen Verteilung der Arten und Siedlungsdichten eine enge Verbindung mit den natürlichen Verhältnissen wie Sedimentkorngröße, Strömungswirkung und Folgen der Witterung. Es gab keine Hinweise auf eine nachhaltige Beeinflussung der Benthos-Population durch die Förderinsel.

Biomonitoring mit Hilfe von Miesmuscheln

Zwischen 1989 und 1995 wurde ein Biomonitoring an Miesmuscheln durchgeführt. Durch dieses wurde überprüft, ob Schadstoffe von der Mittelplate in die Nordsee gelangen und sich in den Muscheln anreichern. In Käfigen wurden die Miesmuscheln an einer Überwachungsposition im Bereich der Abwassereinleitstelle der Insel als auch an einer Referenzposition im Wattenmeer ausgesetzt.

Für keinen der untersuchten Parameter war an der Überwachungsposition eine höhere Schadstoffanreicherung als an der Referenzposition festzustellen. Daher war eine Belastung der Miesmuscheln und folglich der Nordsee durch die Wassereinleitung von der Insel Mittelplate nicht erkennbar.

Mittelplate hat keine Auswirkungen auf Fischfauna

In weiteren Studien wurde die jahreszeitliche und räumliche Verteilung der Fischfauna im Umfeld der Mittelplate erfasst und die Struktur der kommerziellen Fischerei untersucht.

Insgesamt konnten 32 Arten nachgewiesen werden, wobei sich das Artenspektrum nicht von dem anderer Wattgebiete in Schleswig-Holstein unterschied. Auf der Mittelplate häufig vertreten sind Schollen, die das Wattenmeer als Aufwuchsgebiet nutzen und zu den wichtigsten Nutzfischen der Nordsee gehören. Das Hauptfangobjekt der küstennahen Fischerei ist jedoch die Nordseekrabbe. Ertragseinbußen bei der Garnelenfischerei und andere Auswirkungen des Betriebs der lnsel Mittelplate auf die Fischfauna, wie Bestandsveränderungen oder eine Verschiebung der Artenzusammensetzung, waren nicht feststellbar.

Vögel gewöhnen sich an Förderanlage als feste Einrichtung

Seit dem Förderbeginn 1987 werden die räumlichen und zeitlichen Verteilungen von Rastvögeln rund um die Insel untersucht und die möglichen Einflüsse der Erdölförderung auf die Vogelwelt beschrieben.

Die Vogelzählungen belegen, dass im weiteren Umfeld der Bohr- und Förderanlage für einige Vogelarten die Bedingungen für ein Gebiet "internationaler Bedeutung" erfüllt sind. In der Umgebung der Mittelplate selbst ist die Dichte nahrungssuchender Vögel eher gering. Dies lässt sich auf das - im Vergleich mit Schlickwatten - relativ niedrige Nahrungsangebot im Sandwattgebiet zurückführen. Der Abstand, den die Vögel zur Insel einhalten, scheint sich kontinuierlich zu verringern. Dies zeigt die Gewöhnung an diese feste Einrichtung. Von der Bohr- und Förderanlage und dem mit ihr verbundenen Schiffsverkehr geht nur ein geringer, räumlich begrenzter Einfluss auf die Vogelwelt aus.

Die Ergebnisse der Studien, die auch weiterhin fortgeführt werden, belegen, dass mit Ausnahme des Baus der Insel keine bleibenden Abweichungen von den natürlichen Veränderungen im Watt eingetreten sind.