Überall steckt Erdöl drin

Erdöl ist in unserem Alltag allgegenwärtig, die moderne Industriegesellschaft ohne den Rohstoff nicht vorstellbar. DEA sorgt mit dafür, dass genügend Öl produziert wird.

Jeder weiß: Ohne Erdöl fährt kein Auto, fliegt kein Flugzeug und wird die Heizung nicht warm. Doch der Verzicht auf ein Auto oder die Nutzung von Windenergie machen Erdöl keineswegs überflüssig. Zum einen wird sogar bei der Erzeugung erneuerbarer Energien an verschiedenen Stellen auf den Energieträger Erdöl zurückgegriffen. Zum anderen ist auch für die Produktion etlicher Alltagsgegenstände und zahlloser Medikamente das schwarze Gold unverzichtbar. Der Rohstoff findet in etwa 6.000 Produkten des täglichen Bedarfs Verwendung. Circa zehn Prozent des geförderten Erdöls werden in Raffinerien zu Chemikalien verarbeitet, aus denen sich all diese Produkte herstellen lassen. Ein Überblick.

Im Badezimmer:

Zahnbürsten und Shampooflaschen bestehen aus Kunststoffen, die aus Erdöl hergestellt werden. Pflegeprodukte wie Hautcremes, Make-ups und Lippenstifte enthalten Öle und Wachse, die aus Erdöl gewonnen werden.

In Textilien:

Rund 40 Prozent aller Textilien werden aus erdölhaltigen Fasern hergestellt. Fleecepullover bestehen aus Polyester, Nylonstrumpfhosen aus Polyamid. Bei Sport- und Funktionskleidung sind die künstlichen Fasern aufgrund ihrer Dampfdurchlässigkeit unerlässlich. Oft werden auch Natur- und Kunstfasern gemischt, wodurch sich die positiven Eigenschaften beider Stoffe verbinden.

Im Wohnzimmer:

Aus Polyurethan, das Erdöl enthält, werden die Schaumstoffe in Polstermöbeln und Matratzen hergestellt. 60 Liter Erdöl sind durchschnittlich in einer Couch verarbeitet. Die CDs und DVDs im Regal sind aus Polycarbonat – Erdölanteil mindestens 80 Prozent. Ohne Erdöl gäbe es keine Teppichböden, keine Gardinen, keine Farbe an den Wänden. Auch das Fernsehergehäuse besteht aus Kunststoff.

Auf dem weg zur Arbeit:

Gleich ob eigenes Auto, Bus oder Bahn: Kein einziges Verkehrsmittel ist ohne Kunststoffkomponenten vorstellbar. Vom Unterboden über Autoreifen bis zur Innenverkleidung in der U-Bahn – ohne die richtigen Chemikalien und damit ohne Erdöl geht gar nichts. Auch für den Straßenbau ist Erdöl wichtig.

In der Küche:

Die Plastikflasche im Kühlschrank ist aus Polyethylenterephthalat (PET), einem der robustesten aller Kunststoffe. Der Erdölanteil beträgt annähernd 100 Prozent. Ohne Polyethylen gäbe es keine thermoplastischen Kunststoffe und damit weder Eimer noch Frischhaltedose oder Staubsauger. Da Bauern ihre Traktoren mit Diesel betreiben, ihr Obst mithilfe von Maschinen ernten und ihre Treibhäuser beheizen, kauft man mit einem Kilogramm Gemüse aus dem Treibhaus durchschnittlich 0,5 bis einen Liter Erdöl mit. Bei regionalen Freilandprodukten sind es immer noch 0,1 bis 0,3 Liter.

In der Medizin:

Medizinische Geräte und Verpackungen sowie 90 Prozent aller Medikamente basieren auf Erdöl. Viele Wirkstoffe in Arzneimitteln werden aus Erdölbestandteilen gewonnen: Ibuprofen, ein Arzneistoff zur Behandlung von Schmerzen, Entzündungen und Fieber, besteht zu 100 Prozent aus Öl. Auch sogenannte Trägerstoffe wie Isopropanol in Tinkturen, Vaseline in Salben sowie Paraffin in verschiedensten Tropfen und Cremes werden aus dem wertvollen Rohstoff hergestellt. Gleiches gilt für den glatten Überzug vieler Dragees.

So wird aus Erdöl Kunststoff

Rohöl ist mit mehr als 17.000 Bestandteilen eine sehr komplexe Mischung von organischen Stoffen. Neben den reinen Kohlenwasserstoffen sind noch Kohlenstoffverbindungen Bestandteil des Erdöls. Diese Verbindungen enthalten beispielsweise Stickstoff, Schwefel oder Sauerstoff. Daneben finden sich Metalle wie Eisen, Kupfer, Vanadium und Nickel. In Raffinerien wird Erdöl durch Destillation in mehrere Bestandteile getrennt. Dabei fallen Gas, Rohbenzin, Diesel, Heizöle sowie Gasöl an. Der für die Kunststofferzeugung wichtigste Bestandteil ist das Rohbenzin (Naphtha). Es wird in einem thermischen Spaltprozess in Ethylen, Propylen, Butylen und andere Kohlenwasserstoffverbindungen auseinandergebrochen und umgebaut. Durch Polymerisation, Polykondensation oder Polyaddition entsteht Kunststoff.