Nicht lange fackeln – Umwelt schützen!

DEA hat sich der Initiative »Zero Routine Flaring by 2030« der Weltbank angeschlossen. Deren Ziel ist es, das routinemäßige Abfackeln des Begleitgases zu beenden, das bei der Erdölproduktion mitgefördert wird.

Mit der Weltbank-Initiative »Zero Flaring by 2030« soll ein nachhaltiger Umgang mit dem bei der Erdölförderung anfallenden Begleitgas bewirkt werden, um so Ressourcen zu schonen und die Umwelt zu schützen. Die Initiative richtet sich an Regierungen, Erdöl- und Erdgasunternehmen sowie Entwicklungsinstitutionen.

»Wir wollen einen verstärkten Beitrag dazu leisten, die bei den Tätigkeiten der E&P-Industrie anfallenden Emissionen weiter zu verringern, und unterstützen die Initiative deshalb in vollem Umfang«, sagt Dr. Michael Zettlitzer, Leiter QHSSE. Laut Weltbank verbrennen Tausende von Gasfackeln an Ölförderungsanlagen rund um den Globus jährlich rund 140 Milliarden Kubikmeter Erdgas. Das entspricht circa 30 Prozent der in der EU im Jahr verbrauchten Gasmenge.

Gleichzeitig werden mehr als 300 Millionen Tonnen CO2 in die Atmosphäre abgegeben. Das Treibhausgas schädigt die Umwelt und fördert den Klimawandel. Zudem verschwendet das Abfackeln wertvolle Energie. Würde das Gas für die Stromerzeugung verwendet, könnte es etwa 750 Milliarden Kilowattstunden Strom liefern – mehr als der aktuelle jährliche Stromverbrauch des afrikanischen Kontinents.

Die an der Initiative teilnehmenden Upstream-Unternehmen verpflichten sich bis 2030, das routinemäßige Abfackeln von Erdölbegleitgas bei von ihnen geführten Aktivitäten einzustellen. Ausgenommen sind Flaring- Aktivitäten aus Sicherheitsgründen und notwendige, nicht routinemäßige Fackelarbeiten. Regierungen, die die Initiative unterstützen, müssen ein rechtliches, regulatorisches und investitionsförderliches Umfeld für die Unternehmen schaffen.

Darüber hinaus sind sie aufgerufen, Märkte für die Nutzung des Gases und die notwendige Infrastruktur zu schaffen. Zur Initiative gehört auch, einmaljährlich über das Thema und die aktuelle Entwicklung öffentlich zu berichten. Unabhängig vom gesetzten Zeitrahmen der Initiative erfüllt DEA in den Feldern, in denen man die Betriebsführerschaft innehat, die Vorgaben der Initiative bereits heute und verzichtet auf routinemäßige Fackelarbeiten.

»Die DEA wirtschaftet verantwortungsvoll und nachhaltig. In den von uns geführten Projekten haben wir in erheblichem Umfang investiert, um das Begleitgas im Regelbetrieb nicht zu verbrennen, sondern zu nutzen «, so Zettlitzer. Dazu gehört unter anderem, für ausreichende Anlagenkapazitäten und Infrastrukturen zu sorgen, um das Gas entweder wieder in den Untergrund zu injizieren oder es vor Ort beziehungsweise auf dem Gasmarkt zu nutzen.

Auf der Mittelplate, Deutschlands größtem und förderstärkstem Ölfeld, wird schon seit vielen Jahren das Erdölbegleitgas zur Stromerzeugung genutzt. »Wir wandeln damit ein Abfallprodukt, das bei unserer Erdölförderung entsteht, in einen Wertstoff um, nämlich in elektrischen Strom«, erläutert Wolfgang Faist, Leiter des Förderbetriebs Holstein. Ein Teil des anfallenden Gases wird direkt auf der Mittelplate dazu genutzt, eine Turbine anzutreiben, die Strom erzeugt.

Der wiederum gewährleistet eine eigene Stromversorgung der Bohrund Förderinsel. Ein weiterer Teil des Erdölbegleitgases wird in der Landstation Dieksand vom geförderten Erdöl getrennt und an das Chemieunternehmen Sasol in Brunsbüttel geliefert. Dort wird es in thermische Energie für den Betrieb von Chemieanlagen umgewandelt. Ein kleiner Teil des in Dieksand abgetrennten Gases geht an das Gesundheits- und Therapiezentrum (GTZ) in Friedrichskoog.

Durch die Teilnahme an der Zero-Flaring-Initiative verpflichtet sich DEA, hohe Standards wie diese bei jedem Projekt einzuhalten, das unter Betriebsführerschaft der DEA steht. »Auf die Projekte, die wir gegenwärtig und in Zukunft weltweit als Betriebsführer leiten, wird dieser Standard übertragen«, so Faist.