Im Fokus: 60 Jahre Labor Wietze

Welche Eigenschaften hat das vorliegende Speichergestein? Setzen wir die effektivsten Bohrspülungen ein? Die operativen Einheiten von DEA wissen, dass sie sich mit diesen und weiteren Fragen an das Labor in Wietze (Niedersachsen) wenden können, DEAs diesbezügliches Kompetenzzentrum und erste Anlaufstelle für fundierte Beratung.

Die Wiege der deutschen Erdölindustrie

Die Gemeinde Wietze im niedersächsischen Landkreis Celle hat heute etwa 8.000 Einwohner. Im Jahr 1858 fand dort unter der Leitung von Konrad Hunäus die weltweit erste erfolgreiche Erdölbohrung statt. 1899 brach in Wietze dann ein Ölrausch aus, als aus einer 270 m tiefen Bohrung Erdöl an die Oberfläche sprudelte. In dieser Zeit waren insgesamt 52 Unternehmen in Wietze tätig, von denen 24 später in der Deutschen Tiefbohr AG aufgingen, einem Vorläufer der DEA Deutsche Erdoel AG.

Leitbild und Aufgaben

Das Labor Wietze unterstützt die DEA bei allen nationalen und internationalen Aktivitäten entlang der E&P-Wertschöpfungskette. Es bietet Laboranalysen und Beratung in den Bereichen Geowissenschaften, Produktionschemie und Materialwissenschaften an. Als Kompetenzzentrum der DEA bestehen seine wichtigsten Aufgaben darin, anhand von Probenahmen und Analysen wissenschaftliche Interpretationen zu liefern und durch Beratung zu einer optimierten Betriebsführung beizutragen.

Wissenschaftler im Labor

Das Ziel der 39 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Wietze ist es den Kunden nicht nur die üblichen Analysen anzubieten, sondern auch hochwertige und besondere Leistungen, die so nicht auf dem Markt verfügbar sind. Die Spezialisten des Labors kennen die Aktivitäten der DEA und halten ein einzigartiges Portfolio an modernsten Methoden und maßgeschneiderten Lösungen herausragender Qualität für ihre Auftraggeber parat.

Das Labor der DEA in Wietze wurde 1958 errichtet. Seitdem hat es als nationales und internationales Kompetenzzentrum fungiert und seine Leistungen und Methoden stets an die Bedürfnisse des operativen Kerngeschäfts der DEA und ihrer Vorgängergesellschaften angepasst.

  • Im Labor sind im Rahmen von Studien und Untersuchungen Proben aus bisher 73 Ländern analysiert worden.

  • Im Kernlager werden Bohrkerne aufbewahrt, die aneinandergelegt eine Länge von 16 km ergeben würden.
  • Das Lager beherbergt Kern- und Gesteinsproben aus 28 Ländern aus Europa, Afrika, Asien und Südamerika und hat noch Platz für weitere 34 km an Bohrkernen.
  • In DEAs Archiv für Ölproben lagern 547 Referenzproben, von denen 424 aus Europa stammen (davon 379 aus Deutschland), 50 aus Afrika und der Rest aus Südamerika und dem Mittleren Osten. Die älteste Probe wurde 1969 in Angola genommen.
  • Das Labor Wietze hat für seine Kunden bereits 10.000 Berichte verfasst.

Geowissenschaften

Anhand von geowissenschaftlichen Untersuchungen bestimmt das Labor die Eigenschaften von Lagerstätten- und Speichergesteinen. Integrierte regionale Studien, die das Labor durchführt, erlauben präzisere Vorhersagen und Risikoabschätzungen zu den Lagerstätten, ihrer Qualität und ihren räumlichen Dimensionen. Die Studien des Labors umfassen die folgenden vier Bereiche:

  • Sedimentologie und Petrographie

  • Biostratigraphie
  • Maturitätsbestimmung
  • Gesteinsphysikalische Kernanalyse

Produktionschemie

In enger Zusammenarbeit mit internen Stakeholdern erarbeiten die Laborexperten Lösungen zu chemischen und materialwissenschaftlichen Fragestellungen, die sich bei der Produktion von Erdgas und Erdöl ergeben. Die Leistungen der Abteilung Produktionschemie umfassen die folgenden Bereiche:

  • Konventionelle Öl- und Gasfeld-Chemie einschließlich Probenahme und Messungen vor Ort

  • Maßgeschneiderte Lösungen auch für operativ besonders anspruchsvolle Bedingungen
  • Analyse und Optimierung von Bohrspülungen und Bohrlochzementen
  • Schadensbeurteilung für korrodierte Komponenten und Materialauswahl
  • Tertiäre Erdölgewinnung (EOR)