Erfindergeist lohnt sich

Eine Erfolgsgeschichte von der ersten Idee bis zum verkaufsfähigen Prototyp: DEA Completion Engineer Robert Ritschel entwickelt ein praktisches Rohrreinigungs­system.

Freude auf beiden Seiten: Der Erfinder Robert Ritschel erhält offiziell seine Erfindervergütung von F&E-Leiter Christian Bücker.

»Bleib am Ball!« Das hat Robert Ritschel während seiner Erfindung immer wieder von Dr. Christian Bücker, Leiter Forschung und Entwicklung bei DEA, als Ermutigung und Ansporn gehört. Als Patentkoordinator des Unternehmens weiß Bücker, dass es von der ersten Idee bis zum Produktpatent Jahre dauert. So auch bei der Erfindung des Rohrreinigungssystems: Ritschel brauchte Geduld und ­Begeisterung, um seine Erfindung voranzutreiben. Bei der Ideenentwicklung vor sieben Jahren war der damals angehende Erdölingenieur noch Praktikant bei DEA.

Der Weg von der Idee bis zur Erfindervergütung war spannend. »Ich hatte in der Praxis häufig erlebt, dass es mit den Standard-Rohrreinigungsgeräten Probleme gab. Da kam mir die Idee, ein Gerät zu entwickeln, das flexibel mit der Rohrsituation zurechtkommt, und ich begann zu tüfteln«, erinnert sich Ritschel. Seine Erfindung meldete er regelkonform seinem Arbeitgeber DEA. Nach umfassender Überprüfung und Übernahme durch DEA reichte Ritschel seine Erfindung, das »Steigrohr-Reinigungsgerät«, unter Beachtung der gesetzlich vorgegebenen patentrechtlichen Regularien über den Patentkoordinator Bücker beim Pa­tent­amt ein. Bücker hat dann den gesamten Patentprozess begleitet. Nach insgesamt dreijähriger Arbeit an der Verfeinerung der Funktionsweise des Reinigungsgeräts war der Prototyp fertig. Ergebnis: das weltweit erste radial expandier- und rotierbare Bürsten-Rohrreinigungsgerät, das mittels eines Elektromotors angetrieben wird und bis zu einem Druck von 500 bar in der Komplettierung einer Bohrung einsetzbar ist.

Reinigungsbürste für Tiefenbohrung: Die Bürsten können mithilfe des Elektromotors für den Reinigungs­prozess herausgefahren werden.

Von vornherein war allerdings klar, dass dieses Gerät nicht zum Portfolio der DEA passt.  Ein vom Patent und Prototyp überzeugter Käufer für das Patent war jedoch schnell gefunden: Nach einer kurzen Verhandlungsphase übernahm im Frühjahr 2018 das dänische, auf Bohrlochtechnik spezialisierte Serviceunternehmen Welltec das Steigrohr-Reinigungsgerät für die modifizierte Serienfertigung.

Im August 2018 nun konnte sich Ritschel, der mittlerweile als Completion Engineer bei DEA Norge das Dvalin-Projekt betreut, auch über seine Erfindervergütung freuen. »Die DEA honoriert den Erfindergeist ihrer Mitarbeiter und will sie mit einer angemessenen Erfindervergütung auch motivieren, sich abseits des täglichen Geschäfts Gedanken über mögliche Verbesserungen zu machen«, erklärt Patentkoordinator Bücker. Denn Erfindungen sind für jedes Unternehmen wichtig, um die eigene Marktposition zu stärken.