Fast 100% schneller DEA minimiert Simulationsdauer für Reservoirmodelle auf 4 Tage

Die internationale E&P-Branche hat in den vergangenen Jahren intensiv von der Datafizierung der Industrie profitiert. Große Datenmengen zu den geologischen Beschaffenheiten von unterirdischen Lagerstätten und sekündliche Updates aus Bohrlöchern vereinfachen effiziente Bohrungen und akkurate Vorhersagen zu gesicherten Reserven und künftigen Fündigkeiten. Doch der Umgang mit Big Data birgt auch Herausforderungen: Der Transfer und die Verarbeitung von großen Datenpaketen erfordert viel Zeit. DEA hat nach einer Lösung gesucht, um die Kalkulation von Reservoirmodellen zu beschleunigen – mit Erfolg.

Reservoirmodelle vereinen umfassende seismische, geologische und geophysische Daten aus dem Untergrund, die aufzeigen, ob und wo in der Lagerstätte Öl und Gas zu finden sind. Sie bilden die Grundlage für die Positionspapiere der DEA und spielen besonders im Dialog mit Konsortialpartnern eine entscheidende Rolle.

Jedes Modell besteht aus über 100 Elementen à jeweils 2-3 Gigabyte – die Rohdaten eines einzigen Modells belaufen sich auf bis zu 300 Gigabyte. Die Berechnung von ca. 100 Simulationen dauerte mit herkömmlicher Soft- und Hardware etwa 100 Tage. „Um die Simulationen in deutlich kürzerer Zeit zu realisieren, würden wir auf ein starkes, flexibles und skalierbares System angewiesen sein, das kurzfristig für uns einsatzbereit ist. Nach Betrachtung der technischen und ökonomischen Faktoren wurde schnell deutlich, dass es sich um eine externe Lösung handeln musste“, erinnert sich Christian Jespersen, General Manager Reservoirs bei DEA.

Der Dienstleister Rock Flow Dynamics bietet eine Lösung für cloudbasierte, dynamische Reservoirsimulationen mithilfe von High Performance Computing an. Die Cloud ist dabei die Schnittstelle zwischen DEAs Modelldaten und der leistungsstarken Soft- und Hardware von Rock Flow Dynamics. Innerhalb von nur vier Tagen lag der Abteilung Reservoirs ein kalkuliertes Modell aus über 100 einzelnen Simulationen vor – 96 Tage eher als mit herkömmlicher Soft- und Hardware.

„Wir haben es gemeinsam mit der IT geschafft, kurzfristig eine skalierbare Cloud-Lösung zu finden und auf unsere Bedürfnisse zuzuschneiden. Das Ergebnis ist, dass wir die Dauer für die Berechnung von Reservoirmodellen maßgeblich reduzieren konnten – und das ohne umfangreiche, kosten- und zeitintensive Neuanschaffungen“, hebt Christian Jespersen hervor.

Die IT-Abteilung hat dabei in kürzester Zeit sichergestellt, dass die sensitiven Reservoir- und Lizenzdaten sicher verschlüsselt und entsprechend DEA-interner Richtlinien zur Informationssicherheit zwischen der Cloud und der Abteilung Reservoirs ausgetauscht wurden.

„Die Abteilung Reservoirs ist durch die Anbindung an die Cloud um einiges agiler und handlungsfähiger geworden. Immerhin haben wir die Dauer für die Berechnung unserer Modelle um 96 Prozent reduziert“, unterstreicht Dr. Xiaoming Chen aus der Abteilung Geo-Applications die Relevanz des Pilotprojekts.

Die Cloud-Anwendung ist für DEA ein weiterer wichtiger Schritt, um auch künftig ein wettbewerbsfähiges E&P-Unternehmen zu bleiben. Die optimierte Auswertung und Nutzung der enormen geologischen, seismischen und geophysikalischen Datenmengen zählt zu den wichtigsten Zielen der Digitalisierungsstrategie.