Gas aus der algerischen Sahara

An einem der heißesten Orte der Welt, im Reggane-Becken in der algerischen Sahara, wird seit Dezember 2017 Gas produziert.

Algerien ist der führende Erdgasproduzent in Afrika und einer der drei Top-Erdgaslieferanten für Europa. Der Öl- und Gassektor ist das Rückgrat der algerischen Wirtschaft. Reggane Nord ist das erste Gasprojekt, das in dieser Region im Südwesten des Landes in Produktion gegangen ist. 

 

Die Anfänge vor 15 Jahren waren denkwürdig. Reggane ist für Mensch und Material eine Herausforderung, das sengende Wüstenklima ist extrem. Im Sommer liegen die durchschnittlichen Tagestemperaturen zwischen 40 und 47 Grad Celsius, es wurden auch schon Temperaturen von bis zu 60 Grad Celsius gemessen. In der Oasenstadt Reggane, die 1.500 Kilometer von der Hauptstadt Algier und genauso weit von der Küste entfernt ist, leben etwa 20.000 Einwohner. Die Erdgasfelder liegen im Norden und Osten der Stadt, in einer flachen Geröllwüste. Sie erstrecken sich über 1.800 Quadratkilometer. Das stellt hohe Anforderungen an die Logistik. Die erste Bohrung im Projekt Reggane Nord hatte daher auch nicht Erdgas zum Ziel, sondern Wasser. Ohne Wasser kein Überleben.

Pro Bohrung sind mehr als 150 Mitarbeiter im Einsatz, in Spitzenzeiten waren 6.400 Menschen vor Ort beschäftigt. Aufgrund der fehlenden Infrastruktur in dieser entlegenen Gegend mussten eine kleine Flugzeugpiste, Straßen und ein Wohnquartier für circa 250 Mitarbeiter des Konsortiums gebaut werden, damit das Team überhaupt in der zentralen Aufbereitungsanlage arbeiten kann. Hinzu kam eine Unterkunft für 200 Sicherheitskräfte, die permanent im Camp stationiert sind. Während der Bohraktivitäten müssen auch dezentral auf jeder Bohranlage Unterkünfte für Mitarbeiter und Sicherheitskräfte vorhanden sein. In den Öl und Gas produzierenden Ländern Nordafrikas ist Sicherheit grundsätzlich ein wichtiges Thema.

DEA bringt ihre gesamte Erfahrung ein

Im Projekt ist das Know-how der DEA vor allem in der Bohr- und Lagerstättentechnik gefragt. Geologisch betrachtet ist das Reservoir sehr komplex, vor allem aufgrund seiner Heterogenität und der abgegrenzten Kompartments. DEA bringt ihre gesamte Erfahrung ein, um die Bohrkampagnen zu optimieren und so Produktivität und Effizienz zu steigern.

Unter algerischer Sonne: Ein Team des Groupement Reggane Nord.
März 2017: Die zentrale Aufbereitungsanlage ist im Bau.
Wasser ist ein gefragtes Gut. In diesen Tanks wird es gelagert.
Das Gas, das durch die Rohrleitungen fließt, muss nicht nur aufbereitet, sondern auch gemessen werden.
An dieser Stelle fließt das Gas in die Transportpipeline.