Frischer Wind im Golf von Suez

Die laufenden Projekte im Golf von Suez profitieren von den erhöhten Investitionen, die DEA seit Anfang 2018 in Ägypten tätigt.

Im Golf von Suez betreibt DEA Produktionsbohrungen in den Offshore-Feldern Ras Budran und Zeit Bay. Vier davon sind in den vergangenen Monaten aufgewältigt, also durch technische Interventionsmaßnahmen in ihrer Produktion verstärkt worden. Die Erfolge sind messbar: Die Ölproduktion ist in den ersten neun Monaten des Jahres um ein Drittel gestiegen.

»Wir haben Anfang des Jahres nach einer Planungsphase zunächst zügig eine Bohranlage beschafft, um die Arbeiten durchführen zu können«, berichtet Bernd Wirth, Engineering & Projects Manager der DEA in Ägypten. Anschließend ging es dann Schlag auf Schlag. Im Feld Ras Budran brachte allein der Austausch defekter Tauchkreiselpumpen in drei Bohrungen eine Produktionssteigerung von 1.000 Barrel Erdöl täglich. Erfolgreich ausgetauscht wurde auch der Förderstrang der Bohrung Ras Budran B8b, die aufgrund des nachlassenden Lagerstättendrucks im Gasliftverfahren betrieben wird. Die Offshore-Bohrung Ras Budran C4a wurde abgelenkt, da eine bohrlochnahe Lagerstättenstörung die Erdölproduktion beeinträchtigte. Bis Ende des Jahres sind Maßnahmen an weiteren vier Bohrungen vorgesehen. Darüber hinaus plant DEA, Anfang 2019 durch Fracking-Maßnahmen die Produktion aus der Bohrung Ras Budran B1 zu erhöhen. Während Anfang 2018 die Ölproduktion der DEA aus dem Golf von Suez 6.600 Barrel pro Tag betrug, sind es jetzt knapp 9.000. »Die Gasproduktion konnten wir ebenfalls erhöhen, und zwar um drei Millionen auf 23 Millionen Standardkubikfuß pro Tag«, berichtet Wirth.

Aufbereitung auf der Plattform

Auch an den Produktionsanlagen finden Reparatur- und Modernisierungsmaßnahmen statt. Da im Feld Ras Budran eine bestehende Erdölpipeline stillgelegt werden musste, hat DEA übergangsweise eine Gaspipeline zu einer Multiphasenpipeline ausgebaut. Durch sie fließen nun das produzierte, nicht aufbereitete Erdöl, Erdgas und Wasser – so lange, bis eine neue Erdölpipeline verlegt ist. Das Investi­tions­volumen für dieses Projekt beträgt 13 Millionen Dollar und soll einen positiven wirtschaftlichen Wert schaffen. »Nach dem Verlegen der Pipeline werden wir die Aufbereitung der Kohlenwasserstoffe wieder auf die Off­shore-Plattform verlagern, so wie dies in der Vergangenheit der Fall war«, sagt Wirth.

Das im Feld Ras Budran produzierte Erdöl wird DEA künftig selbst vermarkten. Eine kleine schwimmende Plattform, an der Tanker andocken können, wird zu diesem Zweck gerade auf einer Werft überholt. Ende dieses Jahres soll sie einsatzbereit sein. Grünes Licht des DEA-Vorstands gibt es auch für den Austausch von insgesamt zehn Gasturbinen für die Stromerzeugung und Kompression in den Gasaufbereitungsanlagen des Feldes Zeit Bay. Über einen Zeitraum von drei Jahren investiert DEA hier circa 20 Millionen Dollar.

Anders als bei den Feldern Ras Budran und Zeit Bay war für das Feld Ras Fanar die Produktionslizenz im Sommer 2017 ausgelaufen. Einen Antrag zur Verlängerung hatte die DEA nicht gestellt. Drei bestehende Explorationslizenzen im Golf von Suez hat DEA mittlerweile zurückgegeben, vor allem aufgrund des geringen Fündigkeitspotenzials und nicht optimaler Lagerstättenformationen. Die Egyptian General Petroleum Corporation (EGPC) hat eine neue Bieterrunde für Explorationslizenzen angekündigt, die DEA aufmerksam verfolgen wird.