Modernste Technik hilft erfahrenen Experten

Wie der Mensch die Luft zum Atmen, so braucht die Erdöl- und Erdgasindustrie Seismikdaten für ihr Geschäft. Denn nur wer eine genaue Vorstellung vom Aufbau des Untergrunds hat, kann zielgerichtet und erfolgreich nach Kohlenwasserstoffen suchen.

Seismische Verfahren stellen die wesentliche Grundlage für die Erkundung und Entwicklung von Lagerstätten dar. DEA setzt dabei auf hochmoderne Technik, um Daten zu akquirieren, auszuwerten, zu analysieren und zu interpretieren. Ob bei der Teilnahme an Bieterrunden in Mexiko, bei der Neubewertung älterer Felder in Deutschland, bei Explorationsvorhaben in der Barentssee oder Feldesentwicklungsprojekten in den Gewässern des West Nile Delta: Seismikdaten sind immer dabei.

Moderne Software macht es zum Beispiel möglich, Gesteine gleichen Alters in ihrer Verbreitung und unterschiedlichen Ausprägung zu beurteilen.

In den meisten Fällen erhebt DEA die Daten nicht selbst, sondern erwirbt sie bei darauf spezialisierten Unternehmen. Vor allem in der marinen Seismik hat sich der »Multi-Client«-Standard durchgesetzt: Die Seismikfirmen verkaufen ihre Daten an mehrere Kunden. »Für uns ist ein solcher Datenerwerb am wirtschaftlichsten«, sagt Dr. Christian Henke, Leiter der Hauptabteilung Advisory/Technology/Assurance/New Business. In Einzelfällen beauftragt DEA die Seismikfirmen auch selbst mit einer Erhebung.

Bei Offshore-Projekten kommen zur Datenakquise spezielle Seismikschiffe zum Einsatz, die sich in der Vergangenheit extrem weiterentwickelt haben. Ihr Prinzip beruht darauf, dass sogenannte Airguns mithilfe von Druckluft die benötigten Schallwellen erzeugen. Diese laufen durch das Wasser, dringen in die darunter liegenden Gesteinsschichten ein und werden von den Schichtgrenzen im Untergrund reflektiert. Aufgefangen werden die Reflexionen von Hydrofonen. Sie befinden sich in den Messkabeln, die die Schiffe hinter sich herziehen. »Hier hat sich in jüngster Zeit eine Menge getan«, berichtet Henke. Die Schiffe sind so konstruiert, dass sie immer mehr Aufnehmer parallel hinter sich herschleppen können, die Längen von bis zu zehn Kilometern erreichen. Zusammen mit modernsten Sensoren wird damit das Frequenzspektrum deutlich erhöht, die Auflösung gesteigert und die Qualität der Daten weiter verbessert.

»Am Ende liegen uns massive Datenmengen vor, von denen wir möglichst viele so effektiv und intelligent wie möglich auswerten und interpretieren wollen«, sagt Henke. Auch Schnelligkeit spielt eine wesentliche Rolle: Wenn sich DEA um Lizenzen in neuen Gebieten bewirbt oder bestehende Interpretationen überprüfen will, ist häufig Eile geboten. Hier nutzt DEA modernste, hoch spezialisierte Programme. Sie versetzen die Geologen zum Beispiel in die Lage, einen genaueren Einblick in die räumlichen und zeitlichen Variationen der Gesteine zu gewinnen. Früher konnten die Geowissenschaftler aufgrund der eingeschränkten Rechnerkapazitäten nur einen Bruchteil der vorhandenen Daten und diesen vorwiegend nur durch manuelle Interpretation auswerten. »Die neuen Technologien eröffnen uns eine ganz neue Interpretierbarkeit«, sagt Henke.

Die Programme ermöglichen es, Interpretationsvorschläge automatisch zu erzeugen, anschließend ist das Know-how der erfahrenen Explorationisten der DEA gefragt. Sie kümmern sich bei der Interpretation quasi um das Feintuning. Denn am Ende soll eine Lösung stehen, die alle erhobenen Daten am besten erklärt.