Smarte Nutzung von Ressourcen wird für DEA immer wichtiger

Ein wichtiger Aspekt des umweltgerechten Handelns bei DEA ist der schonende Umgang mit Ressourcen. Wir sind bestrebt, möglichst ungefährliche Stoffe einzusetzen und sie lange zu nutzen. Dies gelingt durch den Einsatz innovativer Technik. So analysieren wir den Alterungsprozess von Getriebe- und Hydraulikölen, um die Wechselintervalle optimiert zu reduzieren. Dazu haben wir seit einigen Jahren eine Routine entwickelt, die es uns ermöglicht, unter strikter Einhaltung von Gütekriterien Öle nur dann auszutauschen, wenn es tatsächlich nötig ist. 

Unter Nutzung eines speziellen Messgeräts hat unser Labor in Zusammenarbeit mit dem DEA-Bohrbetrieb eine Analytik entwickelt, mit der Getriebe- und Hydraulikölproben regelmäßig und exakt auf verschiedene Parameter wie Feststoffpartikel, Wassergehalt und auf die Einhaltung von Grenzwerten überprüft werden. Zum Instandhaltungs-Monitoring gehört auch, mittels Messung von Säuren die Alterung des Öls zu ermitteln. Ebenso erkennen wir durch Röntgenfluoreszenz Metallpartikel und ziehen daraus Rückschlüsse auf den Verschleiß. 

Die untersuchten Proben stammen von unseren Bohr und Gasverdichtungsanlagen. Das Öl entnehmen wir an exakt festgelegten Stellen und stellen damit kontrollierte Bedingungen sicher. Mit der Analyse können wir entscheiden, ob ein Ölwechsel bei einer Anlage vermeidbar ist. 

Da das untersuchte Öl häufig noch eine sehr gute Qualität aufweist und lediglich zu viele Feststoffanteile enthält, setzt unser Bohrbetrieb mit hervorragenden Ergebnissen eine mobile Filtereinheit ein. Damit werden für die Anlage schädliche Schmutzpartikel deutlich verringert. So können wir durch die Filtration und Kontrolle im Labor nicht nur Ölwechselintervalle verlängern, sondern auch den Verschleiß von Hydraulikkomponenten stark mindern. Bei manchen Anlagenteilen sind die Öle schon seit über fünf Jahren im Einsatz, ohne ausgewechselt werden zu müssen. Im Ergebnis haben wir nicht nur Ressourcen geschont – immerhin geht es hierbei um ca. 5.000 Liter Öl pro Anlage –, sondern auch die Anlagenverfügbarkeit erhöht und Kosten gesenkt.

Auf dem Weg zum digitalen Ölfeld

Die Digitalisierung ist aus betrieblichen Abläufen nicht mehr wegzudenken. Die Öl- und Gasindustrie muss daher weiter gegenüber den sich daraus ergebenen Chancen und Herausforderungen offen sein und steht vor einem weiteren kulturellen und betrieblichen Wandel. Neben effizienteren Betriebsabläufen und einer effizienteren Ausschöpfung von Reserven kann digitale Automation vor allem eine noch höhere Leistung hinsichtlich Gesundheit, Sicherheit und Umweltschutz und einen effizienten Einsatz von Ressourcen sicherstellen. 

Die smarte Nutzung von Daten wird für die DEA immer wichtiger. In einem Forschungsprojekt untersuchen wir daher, wie im operativen Bereich durch die Nutzung der großen Anzahl an verfügbaren Daten das „digitale Ölfeld“ künftig aussehen könnte.

Das Forschungsprojekt mit dem Thema „Vorausschauende Instandhaltung“ untersucht, wie zum Beispiel Ölförderpumpen vorausschauend – nicht wie bislang rein nach statischen Intervallen gewartet werden können. Dazu sichtet ein Team die entsprechende Sensorik und Daten aus der Vergangenheit, mit besonderem Fokus auf die Kalibrierphase und  auf Fehlerprotokolle. So wollen wir klären, ob aufgrund von Anomalien in den Daten der Pumpen Ausfälle hätten vorhergesagt werden können. Ist dies der Fall, wird DEA eine Echtzeitstudie durchführen. Weiterhin wollen wir die Übertragbarkeit der Ergebnisse aus dem Pilotprojekt auf andere Maschinen und Anlagen prüfen.

Entwicklung umweltfreundlicher Tracer

Ein weiteres Beispiel, welch großen Wert wir darauf legen, als verantwortungsvolles Öl- und Gasunternehmen unsere Aktivitäten zur schonenden Ölförderung stetig zu verbessern, ist die Weiterentwicklung von Markierungsstoffen, sogenannten Tracern. Tracer werden dazu benutzt, Fließwege innerhalb der Lagerstätte zu untersuchen und Auskunft über die Restölmengen zu erhalten. Bei jeder Maßnahme werden neue Gruppen an Tracern verwendet, damit sie eindeutig zu identifizieren sind. Das bedeutet, dass auch immer wieder neue Tracerfamilien designt werden müssen, die den aktuellen Anforderungen genügen. 

In einem gemeinschaftlich durchgeführten Industrieprojekt fördern wir zusammen mit dem Norwegischen Forschungsrat und anderen Unternehmen unserer Branche die Entwicklung intelligenter „grüner“ Tracer. Neben Informationen zu Restölmengen sollen die Markierungsstoffe auch Auskunft zu Temperatur, pH-Wert oder dem Salzgehalt in der Lagerstätte geben. Parallel dazu werden hochempfindliche Analyseverfahren entwickelt, um die Tracer an den Messstellen kostengünstig zu erkennen und auszuwerten. Alle entwickelten Markierungsstoffe werden im Rahmen des Forschungsprojekts auf ihre Umweltverträglichkeit überprüft. Damit soll sichergestellt werden, dass es keine Beeinträchtigung der Gesundheit, Sicherheit oder Umwelt gibt. Ebenso wenig sollen ethische, rechtliche oder gesellschaftliche Aspekte berührt werden.