Was macht eigentlich ... eine Produktionsgeologin bei DEA in Norwegen?

Annette Gillebo (46) ist Produktionsgeologin bei DEA in Norwegen. Sie untersucht den geologischen Untergrund und schafft so Mehrwert für die Unternehmensprojekte der DEA. Gemeinsam mit ihren Kollegen sorgt sie dafür, dass die Lizenzpartner ihr Bestes tun, um aus den Feldern so viel Öl und Gas wie möglich zu fördern.

Annette Gillebo, Produktionsgeologin bei DEA in Norwegen.

Frau Gillebo, wie sieht Ihre Tätigkeit als Produktionsgeologin bei DEA Norge eigentlich aus? Produktionsgeologen beschäftigen sich mit Erdgas- oder Erdölfeldern, die bereits in Produktion sind. Aufgabe ist es unter anderem, die tagesaktuelle Produktion zu verfolgen, entsprechende Berichte zu schreiben und auch Voraussagen zu machen. Es ist wichtig, die Felder richtig zu verstehen:  zum Beispiel, wie sich Öl oder Gas in der Lagerstätte verteilen. Konkret arbeite ich derzeit in den Feldern Knarr und Njord/Bauge/Hyme. Da wir dort nicht Betriebsführer sind, besteht eine meiner Hauptaufgaben darin, mir die Arbeit des Betriebsführers ganz genau anzuschauen und zu überprüfen. Es ist wichtig, dass wir in den Projekten unseren Einfluss nutzen, neue Ansätze ins Spiel bringen und auch mögliche Fehler korrigieren.

Ich nehme an vielen Treffen teil, die mit den Betriebsführern stattfinden. Für das Projekt Njord/Bauge/Hyme organisiert Equinor, ehemals Statoil, diese Meetings in Stjørdal. Ich fliege morgens hin und bin abends wieder zurück. Die Besprechungen für das Knarr-Feld finden im Büro von Shell in Tananger statt, gleich außerhalb von Stavanger. Wir gehen immer sehr gut vorbereitet in diese Treffen, um unsere eigenen Ideen kompetent einbringen und auch durchsetzen zu können.

Wenn wir als Lizenzpartner ein eigenes Modell eines Feldes benötigen, unterstütze ich unsere Geomodellierer von meiner Seite mit den geologischen Informationen, die benötigt werden. Steht in einem Projekt eine wichtige Entscheidung an, ist es meine Aufgabe, die Dokumentation des Betriebsführers zu lesen und zu kommentieren. Ich stelle meine Auffassung zunächst den Kollegen intern in größeren Besprechungsrunden vor. Erst dann können wir als Unternehmen die Arbeit und die Entscheidungen des Operators mittragen.

Zu den bemerkenswerten Highlights meines Geologenlebens gehört sicherlich eine Kern­bohrung auf einer Bohrplattform vor einigen Jahren. Als der 250 Millionen Jahre alte Bohrkern aus den Tiefen ans Tageslicht kam, war das etwas ganz Besonderes. Weitere Highlights waren Teameinsätze, an deren Ende Farm-in-Vereinbarungen, Lizenzgewinne, ein Erdöl- oder Erdgasfund, eine erfolgreiche Produktionsbohrung oder das Durchsetzen unserer Ideen bei einem Betriebsführer standen.

Teamfähigkeit ist das A und O

Wichtig für meine Arbeit ist eine gute fachliche Ausbildung, das ist die Grundlage. Als Produktionsgeologin arbeite ich sehr selbstständig. Das A und O aber ist Teamfähigkeit, da wir interdisziplinär zusammenarbeiten. Ich arbeite sehr eng mit dem Asset-Team zusammen, tausche mich aber auch intensiv mit den Kollegen aus der Exploration aus, da um unsere Assets herum häufig Explorationsbohrungen stattfinden. Auch zu den Lagerstätteningenieuren oder den Bohrtechnikern ist der Kontakt eng. Da ich an vielen Dingen gleichzeitig arbeite, muss ich außerdem in der Lage sein, schnell umzuschalten und von einer Aufgabe zur anderen zu wechseln. Gleichzeitig gilt es, genau auf die Details zu achten, analytisch zu sein und organisiert zu arbeiten.

Da wir in einem internationalen Arbeits­umfeld tätig sind, gehören auch Aufgeschlossenheit für andere Kulturen sowie gute Englischkenntnisse dazu. Meine Mutter ist Deutschlehrerin, und ich spreche auch ein wenig Deutsch.