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Hamburg, 10.01.2019

DEA Deutsche Erdoel AG ist 120 Jahre alt Fusion in Planung

Das Öl- und Gasförderunternehmen DEA Deutsche Erdoel AG ist auf den heutigen Tag 120 Jahre alt geworden. Es ist damit eines der traditionsreichsten Unternehmen der Branche und war von Anfang an Teil des Erdölzeitalters. Insbesondere in Deutschland hat DEA wichtige volkswirtschaftliche Impulse gesetzt und einen bedeutenden Beitrag zur nationalen Energieversorgung geleistet.

Die Deutsche Tiefbohr-Actiengesellschaft wurde am 10. Januar 1899 in Berlin registriert. Damit begann eine bemerkenswerte Unternehmensgeschichte. Seit seiner Gründung, war das Unternehmen in über 30 Ländern aktiv.

Aufgrund mehrfacher Eigentümerwechsel änderte sich der Name des Unternehmens einige Male. Heute heißt das Unternehmen „DEA Deutsche Erdoel AG“, was mit der Namensänderung im Jahre 1911 in „Deutsche Erdöl-Aktiengesellschaft“ korrespondiert.

Im Verlauf der letzten zwölf Jahrzehnte entstand aus einer kleinen nationalen Bohrgesellschaft eine international tätige Mineralöl- und Chemiegesellschaft. Nach Veräußerungen von Beteiligungen in den Jahren 2001/2 fokussierte sich DEA auf das Kerngeschäft, die internationale Exploration und Produktion von Kohlenwasserstoffen. Der Verkauf der RWE Dea an LetterOne erfolgte im Jahre 2015. Seitdem wurde das bestehende Portfolio mit Übernahmen in Norwegen und Mexiko deutlich ausgebaut. Nun plant DEA im 120. Jahr der Unternehmensgeschichte eine Fusion mit dem deutschen Wettbewerber Wintershall.

Nach der Fusion wird Wintershall DEA das größte unabhängige europäische Explorations- und Produktionsunternehmen sein, das in zwölf Ländern in Europa, Lateinamerika, Nordafrika und dem Nahen Osten tätig ist. Die kombinierte Förderung des gemeinsamen Unternehmens betrug im Jahre 2017 circa 575.000 Barrel Öläquivalent (BOE) pro Tag, wovon etwa 70 Prozent auf Erdgas entfielen. Es wird erwartet, dass die Produktion auf 750.000 bis 800.000 BOE pro Tag innerhalb von fünf Jahren steigt.

Maria Moraeus Hanssen, Vorstandsvorsitzende von DEA

Maria Moraeus Hanssen ist seit Januar 2018 die 13. Vorstandsvorsitzende des Unternehmens: „Ich bin stolz darauf, ein neues Kapitel in der Geschichte dieses deutschen Upstream-Unternehmens zu öffnen. DEA hat eine lange Entwicklung hinter sich und stellt sich den Herausforderungen eines modernen Öl- und Gasförderunternehmens durch Kompetenz und Erfahrungen. DEA hat dazu beigetragen eine zuverlässige Energieversorgung sicherzustellen und arbeitet kontinuierlich daran, den CO2-Fußabdruck durch Exploration und Produktion auf ein Minimum zu reduzieren. Die Mitarbeiter von DEA können stolz darauf sein, Teil dieser bemerkenswerten Geschichte der Öl- und Gasindustrie zu sein."

DEA-Aufsichtsratsvorsitzender Lord Browne von Madingley

Der Aufsichtsratsvorsitzende, Lord Browne von Madingley, kommentierte das Jubiläum mit den Worten: „DEA ist eines von wenigen Unternehmen auf der ganzen Welt, das ihre Geschichte über mehr als ein Jahrhundert zurückverfolgen kann. Heute ist DEA ein ganz anderes Unternehmen. Es verfügt über ein qualitativ hochwertiges und fokussiertes Portfolio mit erstklassigen Positionen in einer Reihe wichtiger Kohlenwasserstoff produzierender Länder wie Mexiko und Norwegen. Dies ist eine starke Grundlage für ein neues Kapitel des Wachstums und der Entwicklung. Wir werden zusammen mit Wintershall das größte unabhängige E & P-Unternehmen Europas gründen. Ich danke allen Mitarbeitern der DEA für ihr anhaltendes Engagement und ihre harte Arbeit. "

Unternehmensgeschichte

Gründung

Vor 120 Jahren war der alleinige Unternehmenszweck zunächst die Suche nach Bodenschätzen sowie die Erschließung von Lagerstätten für Dritte. Ausgangspunkt des Geschäfts war die Entwicklung und der Bau von sogenannten Bohrapparaten. Die Bohrwerkzeuge des Unternehmens kam vorwiegend in Wietze zum Einsatz, der Wiege der Erdölförderung in Deutschland. 

Bis 1910 wurden über 900 Förderbohrungen fertiggestellt. Im Jahre 1911 änderte die Gesellschaft ihren Namen in „Deutsche Erdöl-Aktiengesellschaft“ (DEA). Der Schwerpunkt des Geschäfts lag auf der Erdölförderung, der Mineralölverarbeitung und dem Vertrieb von Mineralölprodukten. Zudem erwarb das Unternehmen mehrere Braunkohlewerke in Mitteldeutschland, um verschiedene Schmieröle aus Braunkohleteer herzustellen. 

Nach dem Ersten Weltkrieg verlor DEA ihre Unternehmensteile im Elsaß, in Galizien und in Rumänien. Allein die Erdölförderung aus dem Feld Wietze in Niedersachsen blieb erhalten. In den 20er Jahren engagierte sich das Unternehmen zunehmend auch in der Kohleförderung und entwickelte sich in den folgenden Jahren zu einer bedeutenden Bergbaugesellschaft. 

In den 30er Jahren unternahm DEA verstärkte Anstrengungen im Mineralölbereich, wie beispielsweise der Ausbau der Mineralölerzeugung aus Braunkohle in Mitteldeutschland und der Baubeginn der Raffinerie Heide zur Verarbeitung des Öls aus dem gleichnamigen Gewinnungsfeld in Dithmarschen.

Von 1919 bis 1943 stieg die Erdölförderung von 37.000 Tonnen auf rund 900.000 Tonnen pro Jahr. Zu dieser Steigerung trug die Förderung des Schachtbetriebes in Wietze ab 1920 sowie die 1935 begonnene Ölförderung aus dem Feld Heide in Holstein wesentlich bei.

Wietze wurde der Ausgangspunkt für den Neuanfang nach dem 2. Weltkrieg. DEA verlegte die Hauptverwaltung von Berlin in das Verwaltungsgebäude der Erdölwerke Wietze und residierte dort zwei Jahre. 1947 wurde dann der Sitz der Unternehmenszentrale nach Hamburg verlegt. 

Mit der wachsenden Bedeutung des Steinkohleabbaus im Ruhrgebiet stieg auch die Zahl der Mitarbeiter kontinuierlich an. Auf dem Höhepunkt dieser Entwicklung zählte DEA 1962 rund 31.000 Mitarbeiter, davon 23.000 im Bergbau. 

In den 60er Jahren begann das Unternehmen, auch auf dem Gebiet der Chemie aktiv zu werden mit dem Ziel der Weiterveredelung von Kohlenwasserstoffen. 1961 wurde die CONDEA Petrochemie-Gesellschaft mbH durch DEA und CONOCO mit Sitz in Brunsbüttelkoog gegründet. 

Übernahme durch Texaco

Die Übernahme der DEA durch die amerikanische Texaco Inc. erfolgte im Jahre 1966. Texaco erhielt Zugang zum deutschen Markt und sicherte die Rohölbasis des Unternehmens. 1970 wurde aus DEA die Deutsche Texaco AG. Im gleichen Jahr gab es fast 5.000 Texaco-Tankstellen in Deutschland. 

Als Teil der internationalen Texaco-Gruppe, dem damals viertgrößten Mineralölkonzern der Welt, konnte die Gesellschaft die Leistungsfähigkeit ihrer Organisation stark verbessern und sich im Wettbewerb unter den großen Mineralölgesellschaften in Deutschland behaupten. Texaco förderte zum Zeitpunkt der Übernahme weltweit rund 100 Millionen Tonnen Rohöl pro Jahr. 

Texaco fokussierte sich in Folge auf die Erdöl- und Erdgasproduktion ein und beendete die Steinkohleförderung. Infolgedessen wurde die Belegschaft in den Jahren 1966 bis 1973 um mehr als zwei Drittel reduziert.

Die Deutsche Texaco konzentrierte sich vor allem auf das Geschäftsfeld Mineralöl. Die stetige Steigerung des Absatzes wurde durch zwei Ölpreiskrisen in den Jahren 1973/1974 und 1979/1980 beeinträchtigt und führte zu Rationalisierungs- und Strukturverbesserungsmaßnahmen.

Mittelplate

1987 begann DEA vor der Westküste Schleswig-Holsteins mit der Produktion aus dem Ölfeld Mittelplate. Die Lagerstätte Mittelplate ist immer noch das größte und produktivste Ölfeld Deutschlands. Seit Aufnahme der Förderung konnten inzwischen über 35 Millionen Tonnen Erdöl sicher und umweltgerecht gewonnen werden. Rund 20 Millionen weitere Tonnen Erdöl gelten aus heutiger Sicht noch als wirtschaftlich gewinnbar. Ab Mitte 2000 erfolgte die Ölproduktion aus der Lagerstätte mittels extrem weit abgelenkter Bohrungen auch von Land aus.

Verkauf an RWE

Im Jahre 1988 verkaufte Texaco die DEA an RWE. Es entstanden die RWE-Dea AG und ihre größte Tochtergesellschaft, die DEA Mineraloel AG. 

Im Downstream-Geschäft erreichte RWE Dea die Größe ihrer wichtigsten Wettbewerber. Durch die DEMINEX-Beteiligung erhöhte sich die Rohölförderung unseres Unternehmens allein 1990 gegenüber dem Vorjahr um fast eine Million Tonnen. RWE Dea kam auf eine Jahresförderung von fast vier Mio. Tonnen Erdöl aus eigenen Quellen.

In den folgenden Jahren wurden weitere Reserven in der Nordsee erschlossen. 1997 kam die Erdöllagerstätte Akshabulak in Kasachstan hinzu.

Der Anteil der Erdgasförderung nahm stetig zu. Durch bedeutende Explorationserfolge in Niedersachsen ist der Anteil der Erdgasproduktion der RWE Dea in Deutschland innerhalb von rund 10 Jahren von 3 Prozent auf 8,5 Prozent gestiegen. Auch die Erdgasspeicherung hatte sich zu einem wichtigen Geschäftsfeld des Unternehmens entwickelt.

Mit der Realteilung der DEMINEX fiel die Verantwortung für Exploration und Produktion in Ägypten und Norwegen der RWE Dea zu. Im Jahre 1989 wurde die Tankstellenmarke DEA etabliert und 1.400 frühere Texaco-Tankstellen auf das neue DEA Design umgerüstet. Der Absatz von Benzin, Diesel, Heizöl, Schmierölen und Turbinenkraftstoffen für die Luftfahrt verdoppelte sich von 10,1 Mio. Tonnen in 1988 auf 21,5 Mio. Tonnen im Geschäftsjahr 1997/98.

Bereits im Jahr 1986 hatte RWE Dea das Chemieunternehmen CONDEA in Brunsbüttel zu 100 Prozent übernommen. 1991 wurde die Vista Chemical Company, ein mittelgroßes amerikanisches Unternehmen mit 700 Mio. Dollar Jahresumsatz und 1.850 Mitarbeitern, übernommen. Es folgte Ende 1992 der Erwerb der Domenico Altieri Chimiche, eines führenden Produzenten von Grundstoffen für die Waschmittel- und Kosmetikindustrie. 

Ende der neunziger Jahre des letzten Jahrtausends beschäftigt der Unternehmensbereich Chemie etwa die Hälfte der rund 10.250 RWE Dea Mitarbeiter.

Erwerb durch LetterOne

In Folge einer strategischen Neuausrichtung in Deutschland trennte sich RWE im März 2015 von RWE Dea. Das Unternehmen kehrte zum Namen aus dem Jahre 1911 zurück: DEA Deutsche Erdoel AG. Neuer Eigentümer ist LetterOne. LetterOne wurde 2013 gegründet und ist ein in Luxemburg ansässiges internationales Investmentunternehmen, das u.a. ein Portfolio erfolgreicher Unternehmen aufbaut, die in ihren Bereichen und Sektoren führend sind.

DEA übernahm im Dezember 2015 die E:on E&P Norge A.S. und baute seine Aktivitäten in Norwegen stark aus. Neuer Sitz von DEA in Norwegen wurde Stavanger. 

In Folge der Liberalisierung des mexikanischen Energiemarktes beteiligte sich DEA ab 2017 an Bieterrunden und wurde Betriebsführer und Lizenznehmer in Ölfeldern an Land wie auch Explorationslizenzen im Golf von Mexico. Im Dezember 2018 erwarb DEA das führende unabhängige mexikanische Öl- und Gasunternehmen Sierra Oil & Gas.

Fusion mit Wintershall

Im Dezember 2017 unterzeichnete LetterOne eine Absichtserklärung (Letter of Intent) mit BASF um die jeweiligen Öl- und Gasaktivitäten in einem gemeinsamen Unternehmen unter dem Namen Wintershall DEA zusammenzuführen. Im September 2018 wurde von LetterOne und BASF ein Vertrag über den Zusammenschluss ihrer Öl- und Gasaktivitäten zu einem neuen Unternehmen Wintershall DEA unterzeichnet. Der Abschluss der Transaktion steht unter dem üblichen Vorbehalt der behördlichen Genehmigungen. Mittelfristig planen die Anteilseigner, Aktien des Unternehmens im Rahmen eines Börsengangs anzubieten.

Die ganze Geschichte der DEA finden Sie hier.

Weitere Auskünfte

Derek Mösche
Pressesprecher
T  +49 40 - 63752670
M +49 162 - 2732670

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